Geschichte


Chronik des Musikvereins Thurtal Hüttlingen 1913 -1988

Gründung

Auf Einladung von Jakob Kollbrunner treffen sich die acht Gründungsmitglieder Walter Gnehm und Jakob Kollbrunner aus Hüttlingen Alfred Kündig aus Harenwilen, Gottfried Gyger aus Mettendorf, Otto Waser aus Gehrau, Gottfried Bigler und Emil Buser aus Eschikofen und Oskar Keller aus Felben am 1. Januar 1913 im Bürgersaal des Schlosses Hüttlingen zur ersten Probe. Am 19. Februar hält der junge Verein seine erste Versammlung ab und genehmigt die ersten Statuten. Bereits im ersten Jahr wechselt man zum Ueben vom Bürgersaal in’ s Haus Bigler in Eschikofen. Später in die obere Stube des Restaurants ‚Sonne’ in Hüttlingen. Ab 1919 können die Proben wieder im Schloss durchgeführt werden. Ab 1924 befindet sich das Probelokal im Saal des Restaurants ‚Rössli’ in Mettendorf. Im Jahre 1942 kehren die Musikanten wieder ins Schloss Hüttlingen zurück. Seit dem Neubau des Mehrzweckgebäudes im Jahre 1978 stellt die Munizipalgemeinde das Office als Übungslokal zur Verfügung.

Instrumente

Als erstes werden am 11. September 1913 an einer Gant in Eschlikon ein Flügelhorn für 20 Franken, ein B-Bass für 61 Franken, dazu diverse Musikalien samt Kiste für 10 Franken gekauft. Erst im Jahre 1968 erfolgt eine Neuinstrumentierung. Am 12. Oktober werden die neuen glänzigen Instrumente mit einem wohl gelungenen Fest eingeweiht.

Uniformen

In den Jahren 1919 und 1920 wird der mehrmalige Antrag, neue Mützen anzuschaffen, bis auf weiteres verschoben und schliesslich abgelehnt. Ein Betrag von 500 Franken der Munizipalgemeinde Hüttlingen im Jahre 1925 legt den Grundstock des Uniformenfonds. Durch eine Sammlung in den vier Dörfern steigt der Betrag dieses Fonds auf 1278 Franken. Mit der Anschaffung von Uniformen wird vorläufig noch zugewartet, kosten doch die 20 Uniformen total 2600 Franken. Bereits im November ist es aber doch soweit, die Uniformen können nun gekauft werden. Sie wurden am 13. und 19. Dezember 1925 in würdiger Form eingeweiht. Es ist ein schönes Bild, wie alle eine grüne Mütze, einen grünen Blouson mit einfacher Brustschnur und grauschwarze Hosen tragen. Nach 31 Jahren hat diese Uniform ausgedient. Eine neue blaue Uniform darf am 23. und 24. Juni 1956 eingeweiht werden. Lieferant ist die Firma Helbling in Rapperswil. Der Preis dieser Uniform beträgt 340 Franken. Bereits 1971 dürfen die Musikanten wieder in neue Uniformen schlüpfen. Mit beiger Hose, olivgrünem Blazer, weissem Rollkragenpullover, Mütze und beigen Schuhen ist diese Uniform komplett. Die Kleiderfabrik Truns verlangt 246 Franken pro Uniform. Nach 10 Jahren werden erneut Hose, Pullover und Schuhe ersetzt. Ermöglicht durch grosszügige Spenden können die Musikanten die jetzige Uniform am 25. April 1987 einweihen.

Vereinsfahne

Im September 1949 erfolgt die erste Anregung für die Anschaffung eines Vereinsbanners, wobei man beschliesst, eine Sammlung durchzuführen. Am 8. und 9. Juli 1950 wird die erste Vereinsfahne festlich eingeweiht. Nachdem dieses Banner die Musikanten während 22 Jahren zu zahlreichen Anlässen begleitet hat, entrollt Fähnrich Otto Burkhart am Kreismusiktag vom 4. Juni 1972 in Gachnang stolz eine durch ihn selbst bestellte und berappte neue Fahne, die durch die Firma Heimgartner, Wil angefertigt wurde. Zusammen mit verschiedenen Auszeichnungen präsentiert sie sich gut im Fahnenkasten des Stammlokals Restaurant ‚Waage’ in Hüttlingen.

Musikfeste

Auf die Teilnahme an Musikfesten wird stets grosses Gewicht gelegt. Nebst einer guten Platzierung wird dabei auch der Pflege der Geselligkeit und Kameradschaft die notwendige Beachtung geschenkt. Dirigent wie Musikanten freuen sich jedes Mal auf einen musikalischen Wettstreit mit anderen Vereinen. Stolz darf man auf manch schönen Erfolg zurückschauen. Auch bei einem einmal eher enttäuschenden Resultat hilft immer wieder die gute Kameradschaft darüber hinweg. Der Verein nimmt an zwei eidgenössischen und sieben kantonalen Musikfesten, sowie an 14 Kreis Musiktagen teil. Im Weiteren werden noch zwei ausserkantonale Musikfeste in aargauischen Teufenthal und in St. Moritz besucht.

Oeffentliche Auftritte

Von Anfang an ist die Mitwirkung an der 1. August Feier sehr gefragt. Beliebt waren die Silvesterfeiern in der Kirche, dürfen doch die Musikanten anschliessend ein Nachtessen einnehmen und gemütlich zusammen feiern. Ein besonderes Vergnügen und ein wirkliches Bedürfnis sind die Abendunterhaltungen. Am Anfang wird eher Gewicht auf musikalische, theatralische Schauspiele gelegt. So wird zum Beispiel im Jahre 1925 das sechsaktige Volkschauspiel ‚Das Kind der Sünde’ und das Lustspiel ‚De Limburgerchäshändler uf de Hochzitsreis’ gespielt. Bis 1985 wird in der Folge nur konzertiert. Ab diesem Zeitpunkt werden nun die Musikunterhaltungen jeweils mit einem einaktigen Lustspiel ergänzt, was beim Publikum guten Anklang findet. Im Jahre 1952 wird das erste Sommernachtsfest zusammen mit den Ortsvereinen veranstaltet. Dieses zur Tradition gewordene Fest hat 20 Jahre Bestand. Selbstverständlich spielt man seit jeher zu verschiedenen Platzkonzerten auf, um die Bevölkerung zu unterhalten. Bei Festen, Empfängen und besonders bei Ständchen der 75jährigen und älteren ist der Musikverein Thurtal stets dabei und bereitet mit seinen Darbietungen Freude.

Finanzen

Aufgrund der ersten Statuten beträgt das Eintrittsgeld der Musikanten 2 Franken. Bei Verspätung von 5 Minuten an den Übungen wird eine Busse von 20 Rappen erhoben. An der ersten Jahresversammlung wird beschlossen, monatliche Beiträge von 50 Rappen einzuziehen, was den für damalige Verhältnisse hohen Betrag von 6 Franken ergibt. Die jährlichen Beiträge der Gemeinden Hüttlingen und Felben-Wellhausen sowie der zahlreichen Passiv- und Gönnermitglieder helfen immer wieder mit, die Finanzen im Gleichgewicht zu halten.

Jubiläen

Im Jahre 1938 wird das 25jährige Bestehen zusammen mit dem 50jährigen Schützenverein gefeiert. Vom dreitägigen Fest können 90 Franken Reingewinn gelöst werden. Das 50 jährige Jubiläum wird in eigener Regie durchgeführt. Unter Mitwirkung aller Dorfvereine, aber auch mehrerer Musikvereine der Umgebung wird ein erfreuliches Unterhaltungsprogramm geboten. Als Festredner amtet in gewohnt gekonnter Manier Herr Pfarrer Gossweiler.